07. MÄRZ 2017

Der Ludwigspark – Ein Umbau mit teuren Baustellen

 

Der Umbau des Saarbrücker Ludwigsparkstadions macht derzeit Schlagzeilen. Und diese Schlag-zeilen werden uns noch Monate, vielleicht auch Jahre erhalten bleiben. Nun ist ein Stadionneu-/umbau keine neue Erfindung. Auch anderen Orts wurden Stadionbauten aus den fünfziger Jahren auf den heutigen Stand gebracht. Meist in Ostdeutschland und oft ohne finanzielle Kollateralschäden. Hier ein kleiner Überblick von Thomas Lutze (MdB) mit Textquellen aus Wikipedia:

Aue: 2. Liga – 20 Mio. Euro – 16.485 Zuschauer/16.349 Einwohner
(…) Die Kosten sind auf 19,86 Millionen Euro kalkuliert. Der FC Erzgebirge Aue zahlt in der 3. Liga pro Jahr eine Pacht von 250.000 Euro. In der 2. Fußball-Bundesliga hat sich die Summe auf 350.000 Euro erhöht. Das Sparkassen-Erzgebirgsstadion soll nach Abschluss der Baumaßnahmen Platz für 16.485 Zuschauer bieten. Dafür wird der Eigentümer, der Erzgebirgskreis, einen Kredit von 15 Millionen Euro aufnehmen. Nach dem Zeitplan soll zunächst Ende November 2015 die Westtribüne abgerissen werden, damit im Frühjahr 2016 die Rohbauarbeiten gestartet werden und die Errichtung der Stehplatzblöcke beginnen kann. Als zweiter Schritt folgt die Renovierung der Nordtribüne mit dem angeschlossenen Hauptgebäude. Danach folgt der Südrang sowie abschließend der Neubau der Gästeblocks im Osten und die Fertigstellung der Außenanlagen. In der Bauphase sollen mindestens 10.000 Plätze zur Verfügung stehen.

Halle/Saale: 3. Liga – 17 Mio. Euro – 15.057 Zuschauer/236.991 Einwohner
(…) Die Kosten von etwa 17 Mio. Euro teilten sich die Stadt mit rund 11 Mio. Euro und das Land Sachsen-Anhalt mit etwa 6 Mio. Euro. Das neu erbaute Stadion hat eine Kapazität von 15.057 überdachten Plätzen (8.850 Steh-, 6.155 Sitz-, 8 Logen, 320 Business-Sitze und 30 Behindertenplätze sowie 22 Plätze für die Begleitpersonen). Die Flutlichtanlage und eine Photovoltaikanlage der Stadtwerke Halle sind in das Stadiondach integriert. Unter die zwei Meter abgesenkte Spielfläche aus Naturrasen wurde eine Rasenheizung, die die Wärme aus dem halleschen Fernwärmenetz bezieht, verlegt.

Rostock: 3. Liga – 55 Mio. DM – 29.000 Zuschauer/206.011 Einwohner
Ab dem Jahr 2000 wurde das Ostseestadion innerhalb von 16 Monaten Bauzeit schrittweise neu errichtet, wodurch es zu einer reinen Fußballarena wurde, (…). Dabei wurden die Flutlichter des alten Stadions beibehalten sowie eine LCD-Anzeigetafel, die von der den Gästeblock umfassenden Südtribüne aus allerdings nicht einsehbar ist, und eine Rasenheizung installiert. Der gesamte Um- beziehungsweise Neubau kostete nach offiziellen Angaben 55 Millionen D-Mark.

Magdeburg: 3. Liga – 31 Mio. Euro – 27.250 Zuschauer/235.723 Einwohner
Die MDCC-Arena ist ein reines Fußballstadion. Die Zuschauerränge sind komplett überdacht und bieten ein maximales Fassungsvermögen von 27.250 Besuchern, das jedoch aus Sicherheitsgründen oft nicht voll ausgeschöpft wird. Für Ligaspiele stehen 22.750 Sitz- und 4.500 Stehplätze zur Verfügung. Die Stehplätze können auf 2.500 Sitzplätze umgerüstet werden. Bei Länderspielen stehen 25.000 Sitzplätze zur Verfügung. Dazu kommen 15 Logen, die insgesamt 180 Plätze bieten und 430 Businessclubplätze. Für Behinderte stehen 64, für die Presse 40 Plätze bereit. Das Flutlicht ist am Dach fest installiert. Die Zuschauer werden durch zwei Videowände informiert. Außerdem verfügt das Stadion über eine Rasenheizung.

Chemnitz: 3. Liga – 23-35 Mio. Euro – 15.000 Zuschauer/ 248.645 Einwohner
Am 5. Oktober 2011 stimmte der Chemnitzer Stadtrat mit 35:19 Stimmen für einen Neubau des Stadions. Nach dem Protest einiger Mitglieder der Piratenpartei, aufgrund von Befangenheit von drei Stadträten und der darauffolgenden Prüfung durch die Landesdirektion, wurde in einer zweiten Abstimmung am 7. November 2011 der Neubau erneut mit 33:21 Stimmen bestätigt. Die Kosten sollen sich hierbei auf rund 23 bis 25 Millionen Euro belaufen.

Zwickau: 3. Liga - 21 Mio. Euro - 10.134 Zuschauer/91.123 Einwohner
(…) Ursprünglich wollte die Stadt das Westsachsenstadion renovieren. Da die Kosten zu hoch wurden, stoppte die Stadt die Renovierungsarbeiten. Die Stadt entschied daher, für den Verein ein neues Stadion bauen zu lassen, welches die Anforderungen der 3. Liga erfüllen konnte. Am 6. Februar 2015 begannen die Bauarbeiten für die neue Spielstätte. Geplant war, das Stadion bis zum Saisonstart 2016/17 fertigzustellen. Da der Bau zum ersten Heimspiel aber noch nicht fertiggestellt war, trug der Verein.

Erfurt: 3. Liga – 40 Mio. Euro – 18.611 Zuschauer/210.118 Einwohner
Von 2015 bis 2016 wird das Stadion zu einer Multifunktionsarena umgebaut. Drei Tribünen wurden komplett erneuert sowie um ein Funktionsgebäude ergänzt, in dem sich die Mannschaftskabinen und Kongressräume befinden. Die 1994 auf der Westseite errichtete Tribüne bleibt bestehen. Die Fertigstellung der neuen Multifunktionsarena ist für Ende 2016 geplant. (…) Der Entwurf des Architekturbüros HPP Architekten wurde im November 2014 ausgewählt und sieht vor, dass die Haupttribüne und die Flutlichtanlage bestehen bleiben. Hinter der neuen Osttribüne wird ein Veranstaltungsgebäude, mit Platz für bis zu 2.000 Gästen, gebaut. Für die Beheizung und Kühlung des Stadions soll die Abwärme der benachbarten Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle genutzt werden. Für den Umbau sind Kosten von fast 40 Millionen Euro vorgesehen. 33 Millionen Euro sollen als Fördermittel vom Land Thüringen kommen und rund sechs Millionen Euro will die Stadt Erfurt beisteuern. Nach den Baumaßnahmen soll das Stadion 18.611 Plätze bieten, von denen 11.102 Sitzplätze sein werden. …

Frankfurt/Main (FSV): 3. Liga – ca. 38 Mio. Euro - 10.826 Zuschauer/732.688 Einw. (Stadtteilverein)
Das ehemals auch für Leichtathletik geeignete Stadion wurde von November 2007 bis Juli 2009 in ein reines Fußballstadion umgebaut, (…), wobei die alte Haupttribüne zunächst unangetastet blieb. Jedoch wurde dem Stadion zunächst nicht die Baugenehmigung für ein Flutlicht als Voraussetzung zur Zulassung als zweitliga-tauglichem Stadion erteilt, da man eine mögliche Blendung der Verkehrsteilnehmer auf der benachbarten A 661 fürchtete. Nach vielerlei Tests, inklusive einer Vollsperrung der Autobahn, wurde jedoch grünes Licht erteilt. (…) Eine weitere Auflage ist die Sanierung der Haupttribüne, die in der Umbauphase von 2007 bis 2009 erhalten blieb und erheblichen Sanierungsbedarf aufweist. Nur dank einer Sondergenehmigung darf das Stadion überhaupt in der Zweiten Bundesliga bespielt werden. Vor allem Uneinigkeit in der Politik in der Frage wie und wann umgebaut werden soll und zu welchen Kosten verzögerte eine Entscheidung über die weitere Verfahrensweise um viele Monate. Dabei schien vor allem die Kostenfrage der Knackpunkt zu sein, da zu den bereits investierten 18 Millionen Euro Kosten bis zu weiteren 20 Millionen Euro zu erwarten seien. (…) Die Umbauarbeiten sollten demnach zur Saison 2012/13 abgeschlossen sein.

Berlin (Union): 2. Liga – 17 Mio. Euro - 22.012 Zuschauer/3.520.031 Einw. (Stadtteilverein)
Die Umbaumaßnahmen starteten am 2. Juni 2008 und sollten ursprünglich drei Monate dauern. Aufgrund von Verzögerungen im Bau wurde der Fertigstellungstermin jedoch mehrmals auf einen späteren Zeitpunkt korrigiert (…). Besonders die Fertigstellung des Dachs verlief problematisch, da die beauftragte Dachkonstrukteursfirma zunächst Lieferschwierigkeiten hatte und letztendlich auch bei der Montage im Stadion nicht die Erwartungen erfüllte. Aufgrund dessen wurde der Vertrag mit der Firma gekündigt und eine neue mit der Dachfertigstellung beauftragt. Durch die Verzögerungen im Dachbau wurde es aber auch möglich, den Einbau der Rasenheizung vorzuziehen. Am 8. Juli 2009 wurde das Stadion nach 13 Monaten Bauzeit, in denen rund 2.000 freiwillige Helfer fast 140.000 unentgeltliche Arbeitsstunden leisteten (…). Der Tribünenneubau sollte circa 15 Millionen Euro kosten, wobei 2 Mio. vom 1. FC Union Berlin, 3 Mio. von der Stadionbetriebsgesellschaft, 3 Mio. vom Sponsor UFA Sports und 7 Mio. vom Sponsor DKB finanziert werden sollten. Ein ursprünglich vorgesehener Zuschuss vom Land Berlin wurde nicht genutzt und sollte stattdessen dem Neubau des Nachwuchsleistungszentrums dienen. Ein Teil der Finanzierung wurde durch die so genannte „Alte-Försterei-Aktie“ ermöglicht. Dabei konnten die Vereinsmitglieder im Zeitraum vom 1. bis 31. Dezember 2011 Aktienanteile an der zuvor in eine AG umgewandelten Stadionbetreibergesellschaft erwerben. Insgesamt wurden dadurch 5.473 Aktien im Wert von 2.736.500 Euro erworben, die einen Anteil von rund 44 Prozent an der
Stadionbetriebs AG ausmachen (der 1. FC Union Berlin hält rund 55 Prozent).

 

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