26. SEPTEMBER 2022

Liebe IG Metall, liebe Saarbrücker Zeitung, ...

 

Liebe IG Metall, liebe Saarbrücker Zeitung,


am Samstag demonstrierten mehrere tausend Beschäftigte von FORD-Saarlouis sowie deren Angehörige für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Eine gute und auch kämpferische Stimmung beherrschte den weitläufigen Parkplatz direkt am Werkstor.


Das Wort Solidarität wurde vielstimmig verwendet. Auch gut. Doch wer ist mit wem solidarisch? Bei der offiziellen Begrüßung durch die IG Metall hielt man sich eher bedeckt. „Die anwesenden Mitglieder des Landtages“ wurden namentlich erst gar nicht erwähnt. Vielleicht wäre die Liste auch zu schnell abgelesen gewesen. Von der Landesregierung wurde Wirtschaftsminister Barke begrüßt. Ein SPD-Politiker, der schon als Staatssekretär jeden Termin wahrgenommen hat. Gut so. Die SZ will auch noch den Minister Jost gesehen haben. Gut möglich. Begrüßt wurden auch zwei Bürgermeister und der Landrat.
Dass von den saarländischen Bundestagsabgeordneten nur einer vor Ort war spielte weder für die IG Metall eine Rolle noch für die SZ. Selbst der direkt gewählte SPD-Wahlkreis-MdB fehlte. Und das bei der drängendsten politischen Zukunftsfrage im Wahlkreis. Ok, die nächsten Wahlen sind noch weit hin. Und vielleicht kandidiert ja der langjährige Landes- und Bundesminister sowie Ex-Saar-SPD-Chef ja gar nicht nochmal. Warum dann am Samstag-Nachmittag kostbare Lebenszeit vertrödeln?
Aber auch die Solidarität der Einzelgewerkschaften im Saar-DGB war „überschaubar“. Vor Ort konnte ich nur den Landeschef der EVG erkennen. Vielleicht - und man will ja niemanden Unrecht tun - habe ich jemanden übersehen. Aber ähnlich der Begrüßung war deren Anwesenheit eher ein Trauerspiel, dass diametral zur Größe der eigens aufgebauten Bühne passte.
Tags darauf debattierte der DGB-Neunkirchen in Wemmetsweiler auf einer Veranstaltung die Frage der Zukunft der Gewerkschaften. Passte irgendwie gerade zur Ford-Veranstaltung am Vortag. Während die Debatte darüber sowohl interessant als auch selbstkritisch war, konnte die Besetzung des Podiums wieder alle Rekorde des gewerkschaftlichen Pluralismus brechen: Eine SPD-Staatssekretärin, ein SPD-MdL, ein langjähriger Ex-SPD-MdL und ein aktiver SPD-Kommunalpolitiker. Letztere drei waren natürlich in ihrer DGB-Funktion da.
Ich finde es gut und richtig, wenn der DGB und seine Einzelgewerkschaften sich klar und eindeutig der sogenannten AFD verschließen. Dass der DGB-Saar aber fast vollständig eine Parteigliederung der SPD geworden ist, lässt sich bestimmt in jedem Einzelfall begründen. Vor dem Hintergrund, dass die SPD aber an der Saar allein regiert, kann dieser Umstand den Beschäftigten irgendwann richtig auf die Füße fallen.

Zufall oder nicht: dass ausgerechnet die Ministerpräsidentin in Saarlouis fehlte, die sonst jeden Termin bei dem mindestens eine Kamera läuft wahrnimmt, kann eine Ursache haben. Es kann aber auch ein Zeichen dafür sein, dass sich ihr Auftreten vor der Wahl deutlich von dem nach der Wahl unterscheidet. Auch das hätte die SZ kritisch hinterfragen können. Hätte…

 

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